Kosten in der Landwirtschaft – ein Überblick

Kosten in der Landwirtschaft im Vergleich
Landwirte müssen ökonomisch arbeiten und deshalb alle Kosten im Überblick behalten | © jediahowen / unsplash.com CC0

Moderne Landwirtschaft ist in erster Linie mit viel Arbeit und hohen Kosten verbunden. Das fängt mit Personal- und Dieselkosten an, geht über die Preise für einen neuen Stall oder Maschinen und endet bei den mittlerweile exorbitanten Preisen für Ackerland.

Bei uns bekommen Laien und Profis einen Überblick zu den üblichen Kosten rund um die Landwirtschaft. Was kostet eine Maschinenhalle? Welche Preise sind bei Lohnarbeiten üblich? Diese und weitere Themen finden Sie ins diesem Artikel.


Inhalt


Übersicht

Kosten für Lohnunternehmen in der Landwirtschaft
Fast alle Landwirte greifen auf Maschinen, Fahrzeuge und Arbeitskräfte von Lohnunternehmen zurück | © peterwendt / unsplash.com CC0

Der Begriff „Landwirtschaft“ ist sehr weit gefasst und lässt Raum für unterschiedliche Interpretationen. Die Wirtschaftswissenschaft teilt die Industrie und das Gewerbe in den primären, sekundären und tertiären Sektor.

Die Landwirtschaft ist in dieser Aufteilung dem Primärsektor zugeteilt und umfasst den wirtschaftlichen Sektor Rund um den Ackerbau, die Viehzucht, Waldnutzung, sowie Fischerei und Bergbau.

Der Landwirt ist neben der Leidenschaft zum Beruf letztlich immer noch ein Ökonom und muss mit seiner Produktion am Hof dafür sorgen seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Schnell können neue Anschaffungen oder teure Betriebskosten ein Loch in der Haushaltskasse hinterlassen. Es gilt effizient, ökonomisch und im Idealfall auch ökologisch zu wirtschaften.

Doch das stellt den Landwirt heutzutage, zu Zeiten technischer Innovationen und stetiger Mechanisierung, immer wieder vor neue Herausforderungen. Für den Bauern ist es somit unvermeidlich die einmaligen und laufenden Kosten im Überblick zu haben. Das Ackerland kostet einen einmaligen Kaufpreis oder eine monatliche Pacht und der Preis wird durch den regionalen Quadratmeterpreis bedingt. Zusätzlich werden monatlich laufenden Kosten für das Personal, der Bewirtschaftung der Tiere und der Betriebskosten für die Maschinen fällig. Auch die Preise für Saatgut und Dünger sollten bei einer grundlegenden Kostenanalyse im Auge behalten werden.


Was kosten Lohnunternehmen?

Kosten für verschiedene Lohnarbeiten
Lohnunternehmen übernehmen auch die direkte Durchführung verschiedenster Lohnarbeiten | © scottagoodwill / unsplash.com CC0

Wenn die Felder vor der Aussaat vorbereitet werden müssen oder wenn die Ernte ansteht, können die wenigsten Landwirte auf Unterstützung durch Lohnunternehmen verzichten. Zusätzliche Arbeitskraft, schweres Gerät und externes Fachwissen kommen dann zum Einsatz – müssen aber auch bezahlt werden.

Die Kosten für Lohnarbeit, verliehene Maschinen und Saisonarbeiter hängen ganz von der ausgeübten Tätigkeit und dem Umfang der Arbeit ab. Im Folgenden haben wir deshalb einen Überblick über die verschiedenen Kosten von Lohnunternehmen erstellt.

Maschinenverleih

Grubber, Bodenfräsen, Rundballpressen und Maishäcksler sind nur wenige der Maschinen, welche in der Landwirtschaft eingesetzt und von Lohnunternehmen verliehen werden. Die Kosten werden hier häufig stündlich oder nach dem Volumen der ausgeführten Arbeiten berechnet und hängen ganz von der eingesetzten Maschine ab. Einen kleinen Allradschlepper können Sie bereits für 25 Euro pro Stunde (inkl. Dieselkosten) anleihen, während eine schwere Bodenfräse bis zu 100 Euro pro Stunde (inkl. Dieselkosten) kosten kann.

Maschinen/ Fahrzeuge Kosten (inkl. Dieselkosten)
Allradschlepper (bis 100 PS) 25 – 40 € pro Stunde
Allradschlepper (bis 200 PS) 50 – 65 € pro Stunde
Allradschlepper (bis 300 PS) 70 – 85 € pro Stunde
Hoflader (2 t Tragkraft) 30 – 35 € pro Stunde
Gabelstapler (3 t Tragkraft) ab 30 € pro Stunde
Teleskoplader (5 t Tragkraft) ab 50 € pro Stunde
Pumptankwagen (für organische Düngung) ab 50 € pro Stunde
Stalldungstreuer ab 50 € pro Stunde
Tiefenlockerer ab 70 € pro Stunde
Bodenfräse ab 70 € pro Stunde
Beregnungsmaschine ab 30 € pro Stunde
Muldenkipper ab 50 € pro Stunde
Viehanhänger (5 t Nutzlast) ab 40 € pro Stunde
Holzspaltmaschine ab 35 € pro Stunde
Schredder (bis 100 PS) ab 80 € pro Stunde

Preise für Lohnarbeiten

Lohnunternehmen verleihen häufig nicht nur Maschinen und Fahrzeuge, sondern bieten auch konkrete Lohnarbeiten von Fach- und Saisonarbeitern an. Die Preise für verschiedene Lohnarbeiten sind dabei von der konkreten Arbeit, der Qualifikation der Arbeitskraft und anderen Faktoren abhängig. Wenn Sie z. B. einen Arbeiter benötigen, welcher Ihre Maschinen bedient, dann können Sie mit Lohnkosten zwischen 10 und 15 Euro pro Stunde rechnen. Bei wirtschaftlicher Betriebshilfe durch einen Agrarbetriebswirt sollten Sie dann schon 20 Euro oder mehr pro Stunde einplanen.

Lohnarbeit Kosten
Bedienen von (eigenen) Maschinen 10 – 15 € pro Stunde
Allgemeine Betriebshilfe ab 20 € pro Stunde
Wirtschaftliche Betriebshilfe ab 20 € pro Stunde
Bauhilfe ab 25 € pro Stunde
Waldarbeiten (ohne Motorsäge) 15 – 20 € pro Stunde
Stallarbeiten ab 15 € pro Stunde
Klauenpflege ab 10 € pro Tier
Erntehilfe ab 10 € pro Stunde

Kosten für Maschinen und Fahrzeuge

Kosten für Maschinen und Fahrzeuge in der Landwirtschaft
Maschinen, Fahrzeuge und schweres Gerät werden in der Landwirtschaft eingesetzt - das verursacht Kosten | © mrjenkins4 / unsplash.com CC0

Nicht immer müssen Maschinen und Fahrzeuge von Lohnunternehmen geliehen werden. Gerade bei Geräten, welche im Arbeitsalltag regelmäßig zum Einsatz kommen, kann der Erwerb sinnvoll sein. Für neue landwirtschaftliche Maschinen und Fahrzeuge können aber recht hohe Kosten anfallen, welche nicht jeder Landwirt aufbringen kann.

Hier können z. B. deutlich günstigere, gebrauchte Geräte erworben werden, welche häufig noch einwandfrei funktionieren. Der Markt für gebrauchte landwirtschaftliche Maschinen und Fahrzeuge ist groß, sodass Sie eigentlich immer das passende Produkt für Ihre Ansprüche finden. Mit ein bisschen Recherche lassen sich so bis zu 70 Prozent der Kosten (verglichen zum Neuprodukt) einsparen.

Maschinen/ Fahrzeuge Kosten
Allradschlepper (bis 100 PS) 35.000 – 80.000 €
Allradschlepper (bis 200 PS) 100.000 – 175.000 €
Allradschlepper (bis 300 PS) 200.000 – 300.000 €
Forsttraktor ab 250.000 €
Transporter (bis 100 PS) 70.000 – 125.000 €
Teleskoplader (bis 100 PS) ab 75.000 €
Viehtransporter (4 t Nutzlast) ab 60.000 €
Tiefenlockerer ab 12.000 €
Kettensäge (7 PS) 1.000 – 1.500 €
Pflug (3-scharig) ab 20.000 €
Pflug (6-scharig) ab 40.000 €
Direktsämaschine ab 70.000 €

Gebäude: Maschinenhallen, Ställe und mehr

Der Fuhrpark an landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Maschinen, das Vieh und diverse Werkzeuge müssen natürlich sicher untergebracht werden. Zu einem großen Landwirtschaftsbetrieb gehören deshalb auch Maschinenhallen, Ställe, Werkstätten und andere Gebäude. Gerade Ställe und Maschinenhallen sind komplexe Gebäude, welche hohe Sicherheitsstandards erfüllen müssen und können deshalb eigentlich nicht in Eigenregie errichtet werden.

Hier kommen Bauunternehmen zum Einsatz, welche sich auf das Errichten und Sanieren von landwirtschaftlichen Gebäuden spezialisiert haben. Die Baukosten für Ställe werden gerne pro Tierplatz angegeben, sodass sich die Gesamtkosten individuell berechnen lassen. Der Stellplatz für eine Kuh in einer modernen Stalleinrichtung kostet (ohne Melktechnik) etwa 4.000 bis 5.000 Euro. Für einen Stall mit 50 Kühen lassen sich also ganz grob 200.000 bis 250.000 Euro veranschlagen.

Gebäude Kosten
Moderne Stalleinrichtung (25 Tiere, ohne Melktechnik) 100.000 – 150.000 €
Moderne Stalleinrichtung (50 Tiere, ohne Melktechnik) 200.000 – 250.000 €
Maschinenhalle (15m x 20m) 80.000 – 100.000 €
Kleine Werkstatt (inkl. Ausstattung) 10.000 – 25.000 €
Mobiler Hühnerstall (50 Tiere) 4.000 – 6.000 €

Personal - Kosten für Fach- und Saisonarbeiter

Kosten für Lohnarbeiter in der Landwirtschaft
Gerade zur Erntezeit werden gerne Saison- und Lohnarbeiter als zusätzliche Arbeitskräfte angestellt | © mero_dnt / unsplash.com CC0

Wenn Maschinen verliehen werden, dann wird häufig auch ein entsprechender Facharbeiter benötigt. Menschliche Arbeitskraft gehört deshalb genauso zur Lohnarbeit wie der Verleih von Geräten. Die Kosten für Arbeitskräfte in der Landwirtschaft sind von der Qualifikation der Arbeitskräfte, der Jahreszeit und den ausgeführten Arbeiten abhängig.

Ein Saisonarbeiter, welcher bei der Ernte zum Einsatz kommt, bezieht dabei einen geringeren Stundenlohn als ein Maschinenführer, welcher mit schwerem Gerät arbeitet. Ganz allgemein können Sie allerdings mit Lohnkosten zwischen 15 und 50 Euro pro Stunde rechnen.

Arbeitskraft Kalkulatorische Gesamtkosten
Hilfsarbeiter 10 – 15 € pro Stunde
Angelernter Arbeiter 15 – 17 € pro Stunde
Maschinenführer 17 – 19 € pro Stunde
Gehilfe 19 – 20 € pro Stunde
Meister/ Agrarbetriebswirt 20 – 25 € pro Stunde