Kaminofen oder Kachelofen: Preise mit Einbau

Sie möchten sich einen Kamin oder einen Ofen anschaffen? | © enriquelopezgarre / pixabay.com CC0

Das Heizen mit Holz ist sehr günstig und erzeugt eine angenehme Wärme. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen deshalb, welche Kosten beim Kauf eines Kachelofens oder eines Kaminofens (Schwedenofen) inklusive Einbau entstehen. So können Sie leicht entscheiden, ob sich der Kauf für Sie lohnt.

Neben weiteren Kosten für das Brennholz und die Wartung werden wir ebenfalls zeigen, für welche Holzöfen Förderungen in Form Krediten und einmaligen Zuschüssen vom Staat vergeben werden – so verpassen Sie nichts!


Inhalt


Unterschied: Kaminofen und Kachelofen im Vergleich

Ein Kamin und ein Ofen sind nicht dasselbe | © joseclaudioguima / pixabay.com CC0

Rund um das Heizen mit Brennholz im Eigenheim werden gerne verschiedenste Begriffe gebraucht. Kaminofen und Kachelofen werden dabei häufig synonym verwendet, um jene Bauarten aus Metall zu beschreiben, die praktisch in jedem Baumarkt vorzufinden sind. Tatsächlich ist es aber so, dass nur der Kaminofen (auch Schwedenofen genannt) aus Metall besteht.

Kachelöfen sind häufig gemauert, aufwendig verziert und auf eine lange Wärmespeicherung ausgelegt. Rein sprachlich werden die Begriffe Ofen und Kamin kaum einheitlich verwendet. Grundsätzlich ist ein Kamin eigentlich in sich selbst als Bauwerk ein Teil des Hauses, so wie dies früher bei offenen Kaminen definitiv der Fall war. Kachelöfen sind hingegen in der Regel auch gemauert und unbeweglich, werden aber dennoch als Öfen bezeichnet. Die wichtigsten Besonderheiten sowie Vorteile und Nachteile haben wir hier noch einmal für Sie zusammengetragen:

Ofen Besonderheiten Vorteile Nachteile
Offener Kamin Offene Kamine heizen sehr ineffizient und dürfen als bestehende Anlagen nur gelegentlich genutzt werden. Eine besondere Optik Wenig effizient, eher unpraktisch und gefährlich
Geschlossener Kamin mit Kassette Glasscheibe schirmt den Brennraum ab, Kaminkassette kann auch nachgerüstet werden Optik ähnelt dem offenen Kamin Wenig effizient, kaum Speicherleistung
Kaminofen Besteht meist aus Metall, besitzt eine geschlossene Brennkammer und häufig eine Sichtscheibe. Günstige Anschaffung und schnelle Wärmeabgabe Wärme wird besonders bei günstigen Modellen kaum gespeichert
Schwedenofen Dem Kaminofen sehr ähnlich, aber häufig ohne Wärmespeicher. Siehe Kaminofen Siehe Kaminofen
Kachelofen Aufwendige und häufig gemauerte Konstruktionen mit guter Wärmespeicherung. Sehr lange Wärmeabgabe, kann mehrere Räume über lange Zeit warm halten Teure Anschaffung, aufwendige Wartung
Grundofen Der Grundofen ist eine Variante des Kachelofens und häufig eher verputzt als mit Kacheln versehen. Siehe Kachelofen Siehe Kachelofen
Pelletofen Wird statt mit Pellets statt Scheitholz befeuert. Leichterer Umgang mit dem Brennstoff, teilweise automatisierte Steuerung verfügbar Pellets sind häufig teurer als Scheitholz
Wassergeführter Pelletofen
(mit Wassertasche)
Jeweils als Kaminofen oder Kachelofen verfügbar. Ein Teil der Wärme wird an die Zentralheizung abgegeben. Förderung beim Kauf durch das BAFA möglich Kosten-Nutzen-Verhältnis oft problematisch
Holzvergaser Vollwertige Zentralheizung für Raumwärme und Warmwasser. Günstige Anschaffung und günstige Heizkosten. Teurer als ein Kaminofen, erfordert dauerhaft händische Bestückung

 


Kosten für einen Kaminofen oder einen Kachelofen mit Einbau

Bezüglich der Kosten sei noch einmal darauf hingewiesen, dass es bei der heutigen Produktvielfalt „den Kamin“ eigentlich nicht mehr gibt und sich die Suche nach den Kosten für einen Kamin selbst in 2020 als sehr fruchtlos erweisen kann. Machen Sie sich also besser vorab etwas mit den verschiedenen Bauarten vertraut, um den Preisrahmen optimal abschätzen zu können. So kommt es dann auch nicht zu bösen Überraschungen, wenn der Ofenbauer sein Angebot vorlegt.

Kamin / Ofen Kosten mit Einbau
Kaminofen / Schwedenofen 1.500 – 2.500 €
Kachelofen 3.000 – 5.000 €
Kaminkassette nachrüsten 1.500 – 4.000 €
Pelletofen mit Wassertaschen 6.000 – 8.000 € (abzügl. 35 % Förderung)
Schornstein nachrüsten (Edelstahl) 1.000 – 2.000 €

Kaminofen – ab 1.500 Euro inklusive Einbau

Einen Kaminofen aus Metall bekommen Sie im Baumarkt schon ab 300 Euro – an so einem günstigen Ofen werden Sie aber wenig Freude haben. Die Kosten für einen adäquaten Kaminofen bzw. Schwedenofen liegen eher zwischen 1.500 und 2.500 Euro inklusive Einbau, aber ohne Schornstein. Für diesen Preis wird der Ofen zu Ihnen nach Hause geliefert, fachmännisch an einen bestehenden Schornstein angeschlossen (inklusive Kernbohrung) und vom Schornsteinfeger zur Nutzung freigegeben. Im Billig-Preissegment müssen Sie stattdessen mit unangenehmen Gerüchen und sehr schlechter Verarbeitung rechnen.

Kachelofen – ab 3.000 Euro inklusive Einbau

Ein fachmännisch gesetzter Kachelofen ist nicht ganz günstig, kann aber im Gegenzug viel Wärme speichern und ermöglicht so ein sehr effizientes Heizen. Ist schon ein Schornstein vorhanden, dann sollten Sie mindestens 3.000 bis 5.000 Euro für Ihren neuen Kachelofen einplanen. Für sehr große und reich verzierte Kachelöfen kann aber durchaus das doppelte der genannten Kosten anfallen.

Kaminkassette nachrüsten – ab 1.500 Euro inklusive Einbau

Das Nachrüsten einer Kaminkassette für offene Kamine beginnt preislich etwa bei 1.500 Euro inklusive Einbau. 2.000 bis 4.000 Euro sollten Sie aber grob einplanen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Pelletofen – ab 1.800 Euro inklusive Einbau

Ein Pelletofen kostet in einfacher Ausführung zwischen 1.800 und 3.000 Euro. Varianten mit Teilautomatisierung und Wassertaschen zum Anschluss an das Heizsystem liegen preislich eher zwischen 6.000 und 8.000 Euro inklusive Einbau. Für die wassergeführten Pelletöfen erhalten 35 Prozent Förderung vom BAFA, was die Anschaffung insgesamt etwas günstiger macht.

Schornstein nachrüsten – ab 1.000 Euro inklusive Einbau

Besitzt Ihr Haus keinen Schornstein oder soll der neue Ofen zu weit davon entfernt platziert werden, dann können Sie einen simplen Edelstahlschornstein an der Fassade nachrüsten lassen. Inklusive der Kernbohrung und allen Anschlussarbeiten liegen die Kosten für einen neuen Schornstein etwa zwischen 1.000 und 2.000 Euro.


Laufende Kosten für Brennholz, Wartung und Reinigung

Ein SRM Buche kostet zwischen 60 und 75 € | © Pexels / pixabay.com CC0

Bei Kaminöfen und Kachelöfen fallen nicht nur Kosten bei Kauf und Einbau an, denn selbstverständlich werden auch Holz zum Heizen, eine regelmäßige Kontrolle durch den Schornsteinfeger benötigt und manchmal auch etwas Wartung benötigt. Für das Brennholz (trocken, inkl. Lieferung) sollten Sie bei Buchenholz oder Mischholz zwischen 180 und 375 Euro pro Jahr einplanen.

Die Kosten für einen Schornsteinfeger liegen bei 2 bis 3 Terminen im Jahr zwischen 90 und 200 Euro insgesamt (handelt es sich um einen Bezirksschornsteinfeger, dann weiß dieser immer genau bescheid, wann welche Termine bei Ihrer Anlage einzuhalten sind). Meist ist aber auch eine normale Zentralheizung vorhanden, weshalb ein gewisser Teil der genannten Schornsteinfeger-Kosten ohnehin anfällt. Einen Kachelofen sollten Sie darüber hinaus alle 1 bis 2 Jahre von einem Fachmann warten lassen, um teure Reparaturkosten zu vermeiden. Jedes 2. Jahr fallen für die Wartung etwa 150 bis 300 Euro an.

Kaminofen / Kachelofen Laufende Kosten
Brennholz, 3 – 5 SRM 180 – 375 € pro Jahr
Schornsteinfeger 90 – 200 € pro Jahr
Wartung für Kachelofen 150 – 300 € jedes 2. Jahr

Wie viel Brennholz benötigen Sie pro Jahr bzw. pro Winter?

Nun hatten wir bereits einen pauschalen Kostenrahmen für das Brennholz angegeben (180 – 375 Euro pro Jahr). Hierbei ist es natürlich von Bedeutung, wie viel Sie heizen und welches Holz dafür verwendet wird. Grundsätzlich habe fast alle Hölzer ähnliche Heizwerte pro Kilogramm, aber sehr unterschiedliche Dichten. In einem Holzscheit Buchenholz oder Eichenholz steckt daher potentiell mehr Wärme als in einem ebenso großen, aber deutlich leichteren Nadelholz.

Wer keinen eigenen Wald besitzt und sonst nicht viel mit der Waldarbeit am Hut hat, wird das Brennholz in der Regel vorgetrocknet in der Maßeinheit Schüttraummeter (SRM) kaufen. Dabei handelt es sich um einen 1x1x1 Meter großen Raum, der lose mit Holzscheiten gefüllt bzw. vollgeschüttet wird. Buche ist gemeinhin das beliebteste Brennholz liegt preislich je nach Region meist zwischen 60 und 75 Euro pro Schüttraummeter. Mit 3 bis 5 Schüttraummetern Brennholz pro Jahr dürften nahezu alle Haushalte mit einem Kaminofen oder Kachelofen bestens bedient sein. Die Kosten dafür liegen bei Buchenholz wie bereits erwähnt zwischen 180 und 375 Euro pro Jahr. Günstiger heizen Sie selbstverständlich, wenn Sie selber Bäume fällen oder immerhin ganze Stämme zusägen, spalte und trocknen.

Im Vergleich mit anderen Brennstoffen ist Holz übrigens recht günstig, solange Sie es nicht im Baumarkt oder an der Tankstelle kaufen. Abhängig vom Brennholz und dessen Beschaffung heizen Sie meist für 2 bis 5 Cent pro Kilowattstunde. Erdgas kostet hingegen etwa 7 Cent pro Kilowattstunde und Strom für Nachtspeicherheizungen sogar zwischen 22 und 30 Cent pro Kilowattstunde!

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Tipps zum Heizen mit einem Ofen | Quelle: © Selbstversorger Rigotti / youtube.com


Förderung nur bei wassergeführten Modellen

Rund um Kamine und Öfen gibt es beim nachträglichen Einbau nur Förderung für Pelletöfen mit Wassertasche, die an das Heizungssystem angeschlossen sind und für sogenannte Scheitholzvergaser, die als komplette Zentralheizung fungieren. Im Neubau können Sie darüber hinaus die Vorgaben für erneuerbare Energien teilweise mit einem Kaminofen abdecken – für die Planung sollten jedoch einen Experten hinzuziehen.

Kamin / Ofen Bedingungen Förderung
Pelletofen mit Wassertaschen Bis 25 kW, Ofen muss auf der Liste der Förderfähigen Anlagen des BAFA stehen. Beantragung vor Einbau auf der Website des BAFA. 35 % der Kosten als Zuschuss

 


Kosten für einen Holzvergaser als Zentralheizung

Selbst ein guter Kachelofen kann nur in den seltensten Fällen eine echte Heizung ersetzen, da heutzutage auch die Versorgung mit Warmwasser besonders im Badezimmer eine große Rolle spielt. Wenn Sie dennoch gerne mit Holz heizen möchten, dann bietet sich ein Scheitholzvergaser an, der in der Regel auch Pellets oder Hackschnitzel verheizen kann. Im Vergleich zu Pelletheizungen oder Hackschnitzelheizungen ist ein Holzvergaser mit Kosten zwischen 10.000 und 16.000 Euro inklusive Einbau deutlich günstiger. Allerdings müssen Sie so eine Anlage auch immer händisch bestücken (alle 1 bis 2 Tage), das sollten Sie bei der langfristigen Planung nicht vergessen! Im Schnitt sparen Sie mit Förderung dann noch einmal zwischen 3.500 und 5.600 Euro.

Holzheizung Förderung Kosten mit Einbau und Förderung
Scheitholzvergaser 35 % der förderfähigen Kosten 6.500 – 10.400 €