Eigene Wallbox - Kosten für Garage, Carport oder Mietwohnung

Eine eigene Wallbox kostet meist 2.000 bis 3.000 € | © distelAPPArath / pixabay.com CC0

Wer ein Elektroauto auch zu Hause schnell aufladen möchte, benötigt eine sogenannte Wallbox (Stromtankstelle). Das ist besonders zu empfehlen, wenn Sie Ihr Fahrzeug mit Sonnenstrom aus einer Photovoltaik-Anlage aufladen möchten.

In diesem Artikel finden Sie die üblichen Kosten für eine Wallbox inklusive Einbau und Förderung. Außerdem klären wir die Besonderheiten bei Wallboxen für Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern. Wie immer können Sie bei uns auch gleich kostenlose Angebote von Fachfirmen einholen.


Inhalt


Parking Ladestation E-Auto

In wenigen Schritten zur passenden Wallbox


Warum eine Wallbox (Stromtankstelle) für Elektroautos?

Es gibt gute Gründe für eine eigene Wallbox | © Joenomias / pixabay.com CC0

Grundsätzlich können Sie Ihr Elektroauto auch ganz normal an einer üblichen Steckdose (Schuko) aufladen. Hierbei treten jedoch meist auf Dauer zwei Probleme auf: Zum einen dauert so eine Aufladung zu Hause dann zwischen 10 und 14 Stunden, was nicht sehr praktisch ist.

Zum anderen können Elektroinstallationen mit der Dauerbelastung überfordert sein. Damit ist nicht gleich ein Hausbrand vorprogrammiert, aber mit einer fachmännisch installierten Wallbox sind Sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite und können zudem die Ladezeit der meisten Elektroautos auf etwa 5 bis 9 Stunden verkürzen.

Ist eine Genehmigung pflicht?

Bei einer neuen Wallbox muss zwischen der Anmeldung und einer Genehmigung unterschieden werden. Laut Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) § 19 müssen alle Ladestationen bis einschließlich 12 kW Leistung vor dem Einbau beim Netzbetreiber angemeldet werden. Liegt die Leistung darüber, wie zum Beispiel mit einer 22 kW Wallbox, dann muss vorab eine Genehmigung beim selbigen Netzbetreiber eingeholt werden.

Das ist keine Schikane, sondern dient der allgemeinen Sicherheit und Netzstabilität. In der Regel gibt es bei diesen Verfahren jedoch keine Probleme und man wird Sie schon beim Kauf darauf hinweisen, welche Genehmigungen für Ihre Wallbox benötigt werden. Und wie findet man dann den örtlichen Netzbetreiber? Ganz einfach, denn dieser ist immer auf der Stromrechnung vermerkt! Häufig übernimmt die Anmeldung bzw. das Genehmigungsverfahren aber auch der Elektriker bzw. der entsprechende Fachbetrieb, der die Ladestation einbauen soll.

Wallbox Meldepflicht
Ladestationen bis einschl. 12 kW Anmeldung beim Netzbetreiber vor dem Einbau
Ladestationen über 12 kW Vor dem Einbau muss eine Genehmigung vorliegen
Mehrere Wallboxen bis einschl. 12 kW
(2x 11 kW, 3x 11 kW etc.)
Anmeldung und Genehmigung sind verpflichtend

Wo kann die Wallbox installiert werden?

Eine Wallbox kann praktisch überall installiert werden, sofern eine Stromversorgung gewährleistet ist. Die Boxen sind gegen Spritzwasser geschützt und gut abgesichert – einen Stromschlag haben Sie im Freien also nicht zu erwarten. Im Sinne der Haltbarkeit sollte so eine Stromtankstelle aber nicht dauerhaftem Regen oder Sonnenschein ausgesetzt sein. Im Idealfall installieren Sie Ihre neue Wallbox also in der Garage oder im Carport nahe der Ladebuchse Ihres Elektroautos (nicht auf der falschen Seite, um lange Kabel als Stolperfalle zu vermeiden). Ist eine Montage nur im Freien möglich, dann gibt es viele fertige Lösungen zu kaufen, um die Wallbox mit einem kleinen Dach vor der Witterung zu schützen.

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Ein Video über Wallboxen | Quelle: © Robin TV Blau • Elektromobilität / youtube.com

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Alle Kosten für eine Wallbox im Überblick (inkl. Einbau)

Vergleichen Sie die Kosten für eine eigene Wallbox | © hrohmann / pixabay.com CC0

Im Durchschnitt fallen für die eigene Wallbox Kosten zwischen 2.000 und 3.000 Euro an, wenn man den Einbau mit einbezieht. Selbermachen ist hier auch nur bedingt möglich bzw. zu empfehlen, weil die Leitung zur Wallbox häufig direkt vom Hausanschlusskasten gelegt werden muss und dort haben Laien wirklich nichts zu suchen.

Sparen können Sie jedoch, wenn Sie die Vor- und Abschlussarbeiten (Schlitze stemmen, Kabel verlegen, verputzen usw.) selber übernehmen. Mit sehr viel Eigenleistung und einer günstigen Wallbox sind demnach Kosten von maximal 1.200 Euro durchaus realisierbar, aber vermutlich nicht die Norm. Je nach Bundesland und Stadt kann die verfügbare Förderung den Preis um 100 bis 1.000 Euro reduzieren – hierzu sollten Sie sich also im Vorfeld informieren.

Wallbox Kosten mit Einbau Anmeldung / Genehmigung Förderung Preis pro Aufladung
3,7 kW 900 – 2.000 € Nur Anmeldung, keine Kosten 100 – 1.000 €
(je nach Bundesland)
9 – 18 €
(30 – 60 kWh, abhängig von Batteriegröße)
11 kW 900 – 2.000 € Nur Anmeldung, keine Kosten
22 kW 3.000 – 5.000 € Genehmigung, ca. 500 €
Mit Photovoltaik u. Speicher 18.000 – 25.000 € Anmeldung, ggf. fallen Kosten an Kostenlos mit Solarstrom

Kosten für den Einbau einer Wallbox

Die Kosten für den Einbau einer Wallbox hängen selbstverständlich von dem Aufwand ab, der damit verbunden ist. Liegt zum Beispiel schon ein Drehstrom-Anschluss („Starkstrom“) in der Garage oder im Carport, dann ist der Anschluss der Wallbox keine große Angelegenheit und wird Sie zwischen 400 und 800 Euro kosten. Müssen allerdings neue Leitungen verlegt und entsprechend abgesichert werden, dann sind Einbaukosten zwischen 1.000 und 2.000 Euro für eine neue Wallbox nicht unrealistisch.

Muss anschließend wieder etwas verputzt oder der Hof über dem Kabel wieder gepflastert werden, dann liegen die Einbaukosten vermutlich eher zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Unser Tipp: Wenn Sie gleich ein Kabel mit größerem Querschnitt verlegen lassen (Ihr Elektriker wird Sie hierzu genau beraten können), dann ist ein späterer Wechsel auf eine stärkere Wallbox erheblich günstiger.

Welche Leistung wählen? Kosten & Nutzen im Blick

Wer mit der Technik nicht so bewandert ist, wird mit den Kennzahlen 3,7 kW, 11 kW oder 22 kW auf Anhieb nicht so viel anfangen können. Nicht ohne Grund fragen viele potentielle Käufer von Wallboxen im Internet, ob sie lieber eine 11 kW oder gleich eine 22 kW Ladestation für zu Hause kaufen sollten. Nun ist es theoretisch so, dass man mit einer stärkeren Wallbox auch schneller laden kann – in der Praxis ist aber auch wichtig, ob Ihr Elektroauto auch die entsprechende Leistung aufnehmen kann. Betrachten wir alle Faktoren zusammen, dann kann im Jahr 2020 eine ganz klare Empfehlung für eine 11 kW Wallbox ausgesprochen werden. Damit sparen Sie sich die Genehmigung, schonen den Akku und haben mit 5 bis 9 Stunden trotzdem eine vergleichsweise kurze Ladezeit.

Ladestation Stecker am Elektroauto Dauer der Aufladung
2,3 kW – normale Steckdose Schuko ca. 17 Stunden
3,7 kW – Wallbox Typ 2 ca. 11 Stunden
4,6 kW – Wallbox Typ 2 ca. 9 Stunden
11 kW – Wallbox Typ 2 ca. 3,5 Stunden
22 kW – Wallbox Typ 2 ca. 2 Stunden

Kosten pro Aufladung an der Wallbox

Kosten für eine Wallbox-Aufladung
Eine Aufladung kostet meist zwischen 9 bis 12 € | © anaterate / pixabay.com CC0

Tatsächlich ist es nicht immer günstiger das Elektroauto zu Hause aufzuladen – wohl aber praktischer. Mit den meisten Stromtarifen (auch mit echtem Ökostrom) bezahlen Sie aktuell (2020) um die 30 Cent pro Kilowattstunde. Rechnet man also im Schnitt 30 bis 40 Kilowattstunden pro Aufladung, dann sind das umgerechnet 9 bis 12 Euro für einmal „volltanken“ beim Elektroauto.

Sollten Sie wirklich oft zu Hause laden, dann kann es sein, dass Ihr Stromtarif etwas günstiger wird, aber vermutlich nicht drastisch. Üblich sind 3.000 bis 5.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Bei 2 vollen Ladungen pro Woche, erhöhen Sie Ihren Strombedarf mit einem Elektroauto um etwa 4.000 Kilowattstunden, sodass jährlich insgesamt für den ganzen Haushalt ca. 7.000 bis 9.000 Kilowattstunden Strom benötigt werden.

Zusätzliche Kosten für eine Photovoltaik-Anlage mit Stromspeicher

Das Aufladen des eigenen Elektroautos wird zu Hause natürlich mit eigenem Solarstrom umso attraktiver. Die damit verbundenen Investitionskosten sollten Sie jedoch nicht unterschätzen! Eine einfache Photovoltaik-Anlagen kostet inklusive Einbau etwa 8.000 bis 12.000 Euro und erzeugt mit 6 Kilowatt-Peak rund 5.400 Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Ein Stromspeicher kostet zusätzlich noch einmal mindestens 7.000 bis 10.000 Euro. Die Kosten für eine eigene Wallbox kommen mit durchschnittlich 1.500 Euro noch einmal obendrauf. Wird alles zusammen installiert, dann sind die Einbaukosten im Schnitt natürlich geringer sodass eine Solaranlage mit Stromspeicher und Wallbox insgesamt etwa 18.000 bis 25.000 kosten wird.

Solaranlage Kosten mit Einbau
Photovoltaik 6 kWp 8.000 – 12.000 €
Photovoltaik 6 kWp mit Stromspeicher und Wallbox 18.000 – 25.000 €
Elektroauto an Ladesäule

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So viel Förderung erhalten Sie beim Kauf

Um beim Kauf einer Wallbox zu sparen, können Sie auf Förderungen zurückgreifen. Je nach Bundesland können das im Schnitt zwischen 100 und 1.000 Euro Ersparnis sein! Wir haben eine Tabelle mit den wichtigsten Zuschüssen zusammengetragen – die jeweiligen Bedingungen fragen Sie am besten direkt beim jeweiligen Anbieter an.

Bundesland Einzugsbereich Programm / Anbieter Wallbox-Förderung
Deutschlandweit KfW 440 900 €
Baden-Württemberg Karlsruhe Stadtwerke Karlsruhe 340 €
Rastatt Stadtwerke Rastatt 100 €
Bayern Bundesland Bayern 10.000 Häuser-Programm 200 €
Dachau Stadtwerke Dachau 125 €
München Stadt München 40 % der Kosten
Nürnberg N-ERGIE 250 €
Brandenburg Schwedt Stadtwerke Schwedt 200 €
Hessen Landkreis Marburg-Biedenkopf Stadt Marburg 400 €
Obertshausen MAINGAU Energie GmbH 100 €
Darmstadt ENTEGA Plus GmbH 200 €
Limburg Stadt Limburg 300 – 800 €
Niedersachsen Hannover proKlima 500 €
Hildesheim EVI Hildesheim 500 €
Nordrhein-Westfalen Bundesland Nordrhein-Westfalen Förderprogramm Elektromobilität 60 % der Kosten
Solingen Stadtwerke Solingen 100 €
Düsseldorf Stadt Düsseldorf 500 €
Wuppertal Stadtwerke Wuppertal 150 €
Lüdenscheid Stadtwerke Lüdenscheid 250 €
Rheinland-Pfalz Mainz Stadt Mainz 400 – 600 €
Kaiserslautern Stadtwerke Kaiserslautern 222 €
Thüringen Jena Stadtwerke Jena-Pößneck 300 €

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Kostenlose Wallbox für's Eigenheim ergattern?

Im Internet kursieren immer mal wieder einige Werbeversprechen, die eine kostenlose Wallbox garantieren. In der Regel geht es dabei jedoch um Förderung von Energieversorgern, die den Kauf dann „fast“ kostenlos machen sollen – komplett umsonst gibt es die Ladestation also eher nicht. Dennoch ist es nicht unwahrscheinlich, dass mit sinkenden Preisen in Zukunft hier und da durchaus einige Wallboxen kostenlos als Boni vergeben werden, wenn Sie zum Beispiel einen bestimmten Stromtarif nutzen. Wer die Augen offen hält und alle Konditionen kritisch prüft, kann unter Umständen tatsächlich eine gratis Ladestation ergattern!

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Die wichtigsten Anbieter im Test des ADAC

Um Ihnen einen guten Überblick zu den wichtigsten Anbietern von Wallboxen zu ermöglichen, haben wir die neuesten Tests des ADAC herangezogen. Dabei werden der eine oder andere Hersteller sicher nicht genannt, aber dafür können Sie sich beim Kauf auch auf Qualität und leichte Bedienung verlassen.

Hersteller Wallbox Ladeleistung Bewertung ADAC Preis
Heidelberg Home Eco 11 kW Note 1,1 524,39 €
WEBASTO Pure 11 kW Note 1,2 599,90 €
ESL Walli Light pro 11 kW Note 1,6 846,99 €
MENNEKES Amtron Start C2 11 kW Note 1,6 856,99 €
WALLBOX CHARGERS Pulsar 11 kW Note 1,9 835,99 €
PERDOK ecoLOAD 11 kW Note 2,8 489,00 €
Elektroauto an Ladesäule

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Wallbox mit einer Mietwohnung - Lösungen & Abrechnung

Ab dem 01. Dezember 2020 besteht grundsätzlich ein Anrecht auf die Installation von Wallboxen bzw. Ladestationen in Immobilien die entweder zur Miete oder in Form einer Eigentumswohnung bewohnt werden. Das Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG) regelt hierzu, dass Mieter bzw. Wohnungseigentümer „angemessene Bauliche Veränderungen“ verlangen dürfen. Die Umsetzung muss allerdings detailliert mit dem Besitzer oder Vermieter bzw. mit der Eigentümerversammlung der Immobilie abgesprochen werden. Das bedeutet in der Praxis nicht, dass alle Mieter nun Wallboxen geschenkt bekommen. Es geht eher darum, dass sich Vermieter nicht komplett quer stellen dürfen. Dennoch wird es Ausnahmen geben, wo der Einbau einer Ladestation aus verschiedensten Gründen nicht sinnvoll realisierbar sein wird und damit auch keine Einbau-Pflicht besteht.

Wallbox-Einbau mit dem Vermieter oder der Eigentümerversammlung absprechen

Wenn Sie eine Wallbox für Ihre Wohnung installieren lassen möchten, dann sollten Sie im Vorfeld etwas recherchieren, Produkte heraussuchen und ein Konzept zur Nutzung entwickeln. Dieses Konzept können Sie dann mit dem Vermieter oder der Eigentümerversammlung verfeinern. Die Kosten werden Sie selbst tragen müssen, außer es werden anderweitige Regelungen getroffen. Damit gehört die Wallbox allerdings auch Ihnen und Sie können die Ladestation mitnehmen, wenn zum Beispiel das Mietverhältnis endet.

So funktioniert die Abrechnung der Kosten

Wenn Sie eine Wallbox für Ihre Mietwohnung nutzen möchten, dann kann diese entweder auf einem zugehörigen Parkplatz oder in einer Tiefgarage installiert werden. Die Abrechnung der Stromkosten ist dabei gar nicht so umständlich, wie man sich das vielleicht vorstellen mag. Da die Ladestation ohnehin von einem Elektriker ans Stromnetz angeschlossen werden muss, kann dies auch direkt in Verbindung mit dem Stromzähler der Wohnung geschehen. Sollte so ein Anschluss aus irgendeinem Grund nicht möglich sein, können die Wallboxen genauso wie öffentliche Ladestationen auch mit Ladekarte oder Ladeapp freigeschaltet werden. Die jeweiligen Ladekosten werden für die Mieter dann meist pauschal über die Nebenkosten der Wohnung abgerechnet.

Wallbox und Mietwohnung Abrechnung Erläuterung
In Verbindung mit einer Mietwohnung oder einer Miet-Garage Anschluss an Stromzähler der Wohnung Im Regelfall wird die Wallbox ohnehin dort angeschlossen, wo sich die Stromzähler der einzelnen Wohnungen befinden. Die Abrechnung findet also über die normale Stromrechnung statt.
Wallbox mit Ladekarte oder passender App Die Wallbox kann auch mit einer Ladekarte oder einer App geliefert werden, um die Ladekosten für Mieter über die Nebenkosten abzurechnen.

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